03. Februar 2022 – dpa Nachrichten
Um die zweitausend Kraniche überwintern an dem Stausee bei Kelbra. Doch sollten die Vögel nicht eigentlich im warmen Süden entspannen? Unser Radio Brocken Sachsen-Anhalt Reporter Dennis Schubert ist vor Ort und lässt sich von Marten Kieß vom Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz das Spektakel erklären.
Hauptsache essen
Normalerweise begeben sich die Kraniche auf eine lange Reise nach Frankreich, Spanien oder Nordafrika. Dabei kommen sie aus ganz unterschiedlichen Regionen, wie zum Beispiel West- oder Nordeuropa, aber auch aus Skandinavien. Die Gründe für ihren langen Flug sind aber nicht nur die warmen Temperaturen im Süden, sondern viel mehr die Möglichkeit, Nahrung zu finden. Da sich Kraniche hauptsächlich von Feldpflanzen, Beeren und Insekten ernähren, sind sie mit der Region zufrieden, solange da kein Bodenfrost herrscht. Es ist schon länger zu beobachten, dass sich die Kraniche an die Wettertendenzen anpassen, aber so viele gab es noch nie an dem See.
Martin Kieß
Kraniche am Stausee Berga-Kelbra mit der Kirche von Auleben im Hintergrund., Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbil