20. März 2025 – Radio Brocken
Die Sicherheit der kleinsten Mitfahrer auf dem Fahrrad ist wichtig: Stiftung Warentest hat Kindersitze für das Fahrrad getestet. Das sind die Ergebnisse.
Sicherheit geht vor, besonders wenn es um die Kleinsten geht. Die Stiftung Warentest hat 14 Kindersitze fürs Fahrrad unter die Lupe genommen – und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Acht Modelle erhielten die Note „gut“, darunter auch preiswerte Varianten ab 60 Euro. Doch Vorsicht: Nicht jeder Sitz passt auf jedes Fahrrad, und es gibt einiges zu beachten.
Vielfalt mit Tücken: Nicht jeder Sitz passt überall
Die getesteten Kindersitze wurden in drei Kategorien geprüft: Frontsitze, Rücksitze für den Gepäckträger und Rücksitze zur Montage am Rahmen. Während kein Modell komplett durchfiel, zeigten sich bei sechs Sitzen mit der Note „befriedigend“ Schwachstellen, insbesondere bei der Sicherheit. Ein großes Problem: Die Standard-Adapter für die Rahmenmontage passten nicht an alle Fahrräder, egal ob mit oder ohne Motor.
„Hier können zusätzliche Adapter helfen, die oft als Zubehör angeboten werden“, erklärt Testleiter Nico Langenbeck. Doch selbst mit diesen Hilfsmitteln bleibt die Empfehlung eindeutig: „Am besten lässt man sich vom Fachhändler beraten, um sicherzugehen, dass der Sitz und das Fahrrad kompatibel sind.“
Ein wichtiger Hinweis: Keiner der getesteten Kindersitze darf an Carbonrahmen montiert werden. „Die Befestigung an Carbonrahmen kann schwere Schäden verursachen“, warnt Langenbeck. Auch einige Hersteller schließen den Transport von Kindern im Sitz grundsätzlich aus – das sollten Käufer unbedingt in den Gebrauchsanweisungen prüfen.
Drei Montagearten, drei Herausforderungen
Die Montage am Gepäckträger gilt laut Testbericht als besonders flexibel. Sie eignet sich für fast alle Fahrräder, einschließlich E-Bikes. Sollte kein Gepäckträger vorhanden sein, lässt sich dieser bei vielen Modellen problemlos nachrüsten.
Frontsitze hingegen sind ideal für klassische Fahrräder mit nach hinten geschwungenem Lenker, wie sie bei älteren Modellen häufig zu finden sind. Weniger geeignet sind sie für sportliche Räder mit nach vorne gebeugter Sitzhaltung. Auch hier gilt: Carbonrahmen sind tabu.
Die Heckmontage am Sattelrohr ist vor allem für Tiefeinsteiger und klassische Rahmen mit dünnen Rohren geeignet. Probleme gibt es bei dicken Rahmenrohren oder E-Bikes mit Gepäckträger-Akkus. Auf Fahrrädern mit gefedertem Hinterrad ist diese Montageart ebenfalls nicht möglich.
Die Testsieger im Überblick
Die besten Hecksitze zur Rahmenmontage sind der „Polisport Bilby Maxi FF“ (69 Euro) und der „Thule Yepp 2 Maxi“ (160 Euro). Auch der „Hamax Caress“ (140 Euro) und der „Britax Römer Jockey Pro“ (150 Euro) schnitten gut ab.
Bei den Gepäckträger-Sitzen überzeugte ebenfalls der „Thule Yepp 2 Maxi“ (140 Euro). Weitere empfehlenswerte Modelle in dieser Kategorie sind der „Polisport Bilby Maxi CFS“ (69 Euro) und der „Hamax Caress“ (140 Euro).
Unter den Frontsitzen hatte der „Bobike Go Mini“ (63 Euro) die Nase vorn.
Fazit: Sicherheit braucht Beratung
Der Test zeigt: Es gibt Ffürs Fahrrad, und auch günstige Modelle können überzeugen. Doch die Wahl des richtigen Sitzes hängt stark vom Fahrrad ab. Eine sorgfältige Beratung im Fachhandel ist daher unerlässlich, um böse Überraschungen zu vermeiden. Schließlich geht es um die Sicherheit der kleinsten Mitfahrer.