27. März 2025 – Radio Brocken
"Öko-Test" hat Duschgel getestet. Die gute Nachricht: die meisten Produkte schnitten mit "gut" oder "sehr gut" ab. Eines fiel jedoch durch.
Duschgel gehört zum Alltag vieler Menschen, sei es für den erfrischenden Start in den Tag oder die entspannende Auszeit am Abend. Doch wie gut sind die Produkte wirklich? Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat in ihrer neuesten Ausgabe (4/2025) 35 parfümierte Duschgele unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die meisten Produkte überzeugen – bis auf einen Ausreißer, der wegen bedenklicher Inhaltsstoffe negativ auffällt.
Hochwertige Pflege muss nicht teuer sein
Von Drogerien über Discounter bis hin zu Online-Shops wurden Duschgele aus allen Preisklassen getestet. Das erfreuliche Ergebnis: Fast alle Produkte schnitten mit „sehr gut“ oder „gut“ ab – darunter auch besonders günstige Varianten. Das günstigste Duschgel im Test kostet gerade einmal 38 Cent pro 250 Milliliter, während das teuerste Produkt mit 16 Euro pro gleicher Menge zu Buche schlägt. Doch Preis ist nicht gleich Qualität: Das hochpreisige Duschgel konnte im Test keine besseren Ergebnisse erzielen.
Schock: Kritischer Duftstoff in einem Produkt
Ein einziges Duschgel fiel mit der Note „mangelhaft“ durch – und das aus gutem Grund. Die Tester fanden darin Galaxolid, eine synthetische Moschusverbindung, die als Duftstoff eingesetzt wird. Der Haken: Galaxolid kann sich im Körper anreichern, das Hormonsystem beeinflussen und ist schwer abbaubar. Spuren davon wurden bereits in Flüssen, Klärschlamm und sogar in Muttermilch nachgewiesen.
Besonders beunruhigend: Bis August 2026 ist Galaxolid nicht als separater Inhaltsstoff auf der Verpackung deklariert, sondern versteckt sich hinter der Sammelbezeichnung „Parfum“. Verbraucherinnen und Verbraucher haben somit kaum eine Chance, dieses Risiko zu erkennen.
Doch das ist nicht alles: Auch Hydroxycitronellal, ein weiterer Duftstoff im durchgefallenen Produkt, steht in der Kritik. Er kann Allergien auslösen. Andere getestete Duschgele enthielten ebenfalls Duftstoffe wie Cumarin, Citral oder Geraniol, doch diese wurden als weniger kritisch eingestuft und daher nicht abgewertet.
Verpackungen im Fokus: Nachhaltigkeit bleibt auf der Strecke
Während die meisten Duschgele in Sachen Inhaltsstoffe überzeugen, gibt es bei der Verpackung deutlichen Nachholbedarf. Weniger als die Hälfte der getesteten Produkte besteht zu mindestens 30 Prozent aus recyceltem Plastik. Das ist ein Problem, denn die EU schreibt ab 2030 eine Recyclingquote von 35 Prozent vor – und bis 2040 sollen es sogar 65 Prozent sein.
So wird Duschen umweltfreundlicher
Wer nachhaltiger duschen möchte, hat mehrere Möglichkeiten: Feste Duschseifen sind eine umweltfreundliche Alternative, da sie meist ohne Plastikverpackung auskommen. Auch ein bewusster Umgang mit Wasser hilft der Umwelt – zum Beispiel, indem man den Hahn während des Einseifens abstellt.
Gute Qualität muss nicht teuer sein. Doch Verbraucherinnen und Verbraucher sollten die Inhaltsstoffe und die Verpackung genau im Blick behalten – für die eigene Gesundheit und die Umwelt.