22. Februar 2024 – Radio Brocken
9,7 Kilogramm Nudeln pro Kopf essen die Deutschen im Jahr. Für viele davon steht Spaghetti ganz oben auf der Favoritenliste. Egal ob Bolognese, Napoli, Carbonara - vielseitig nutzbar überzeugt die Pastasorte beim Mittag oder Abendbrot. Öko-Test hat sich nun 37 Sorten mit 500 Gramm-Preisen von 79 Cent bis 2,69 Euro genauer angeschaut und Inhalte gefunden, die nicht in den Hartweizengrießteig gehören.
Mineralöl, Pestizide und Schimmelpilzgifte
In Speziallaboren lies Öko-Test die Spaghetti auf verschiedene Schadstoffe untersuchen. Die Analyse ergab zum Teil bedenkliche Ergebnisse. In einer Spaghettisortefand man ungewöhnlich hohe Mineralölrückstände. Grund dafür können die, für die Verpackung genutzte, Druckerfarbe oder das Verpackungsmaterial selbst sein. In acht der 37 Produkte konnten zudem Spuren von Pestiziden und Wirkungsverstärkern nachgewiesen werden, in drei davon sogar der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat. Dieserist laut WHO wahrscheinlich krebserregend und kann das Nervensystem schädigen. Ein Produkt musste aufgrund von Schimmelpilzgiften abgewertet werden, da man diese in einem auffälligen Gehalt fand. Die Toxineschädigen das Immunsystem und wirken zellgiftig. Auch die Verpackungen wurden auf chlorierte Verbindungen überprüft, diese konnten aber nicht nachgewiesen werden.Öko-Test kontrollierte weiterhin die Deklarierung des Ballaststoffgehalts, welcher einen Vergleich mit anderen Sorten, wie zum Beispiel Vollkorn-Spaghetti, ermöglicht.
Die Qual der Wahl
Trotz der zum Teil ernüchternden Funde, bestanden 25 der 37 Spaghetti mit einem „sehr gut“. Darunter waren die „Combino Bio-Spaghetti“ von Lidl und die ,,Gut Bio Spaghetti“ von Aldi für jeweils 85 Cent pro 500 Gramm. Positiv ins Gewicht fiel, dass keins der beiden Produkte mit Schadstoffen belastet war und bei den Spaghetti von Lidl der Ballaststoffgehalt deklariert wurde. Ein „mangelhaft“ erhielten hingegen die „Bio Bio Spaghetti“ von Netto-Markendiscount und die „Edeka Bio Spaghetti“. Bei beiden waren die Mineralölbestandteile stark erhöht. Spuren von Schimmelpilzgiften wurden ebenfalls gefunden.